Veranstaltungstour 2016

PloughBackTheFruits_WebWitwen von Marikana: Plough Back the Fruits, Ölpastelkreide & Lebensmittelfarbe auf Papier, 280 x 150cm, February 2016

Diskusssionsveranstaltungen, Ausstellungen und Filmscreenings mit
Bishop Jo Seoka: Vertreter der MinenarbeiterInnen von Marikana, Bench Marks Foundation
Ntombizolile Mosebetsane & Agnes Makopano Thelejane: Repräsentantinnen der Hinterbliebenen der in Marikana getöteten Minenarbeiter
Nomarussia Bonase & Judy Seidman: Khulumani Support Group

Thematischer Rahmen
Es endet in der Produktion von Fahrzeugkatalysatoren in deutschen, US- amerikanischen oder japanischen Fabrikanlagen und es beginnt in südafrikanischen Minen: Im „Platingürtel“, nördlich von Johannesburg, lagern mehr 80 Prozent des weltweiten Platin-Vorkommens. Platin ist heute das wertvollste Edelmetall der Welt und Deutschland ist nach den USA dessen zweitgrößter Importeur.
Die MinenarbeiterInnen, die diesen Rohstoff abbauen, leben oft unter sehr schlechten Bedingungen in informellen Siedlungen in der Nähe der Mine, ohne fließendes Wasser und ohne Elektrizität. Im Jahr 2012 streikten etwa 3.000 Bergleute für höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen. 34 Minenarbeiter wurden dabei von der südafrikanischen Polizei erschossen.
Die staatliche Untersuchungskommission gab dem Minenbetreiber, dem britischen Unternehmen LONMIN, Mitschuld an dem Massaker. Einer der Hauptkunden Lonmins ist die BASF, der weltgrößte Chemiekonzern und Hersteller von Fahrzeugkatalysatoren. Das Unternehmen verpflichtet sich offiziell seinem Code of Conduct und behauptet seiner Verantwortung in der Lieferkettenprüfung gerecht zu sein. Zu einer ersten Stellungnahme von BASF zu dem Massaker und den menschenunwürdigen  Lebensbedingungen der Menschen in Marikana kam es erst auf Drängen von Bischof Seoka, einer der Repräsentanten der MiinenarbeiterInnen von Marikana, bei der Hauptversammlung von BASF 2015. Aus der Distanz sei es schwierig zu urteilen, hieß es damals. Folgen nun, nachdem der staatliche Untersuchungsbericht veröffentlicht ist, konkrete Taten?

Die Veranstaltungen informieren und erarbeiten kritisches Wissen über Nord-Süd-Hierarchien in der Platin-Verwertungskette. Thematische Schwerpunkte sind die Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort, die Identifizierung von Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette, die Forderungen der Witwen nach Entschädigung sowie die Diskussion um die Reichweite von Unternehmensverantwortung, politischen Handlungsansätzen und Wegen zur Durchsetzung einer gerechten Rohstoffpolitik mit verpflichtenden Regeln für Unternehmen.

TERMINE
Mittwoch, 20. April 2016, 18 Uhr – WIEN
Eröffnung der Ausstellung: Plough Back the Fruits
Im Kampf um Gerechtigkeit und Restitution. Die Bodymaps der Witwen von Marikana
Danach lädt der VÖGB zu einem Buffet.
Ort: ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Donaumarina)

Ausstellung: 21. April bis 25. Mai  2016, Mo-Fr von 7:00 bis 19:00, Eintritt ist frei
3. Mai, 17:30: KuratorInnenführung; 18.30: Filmscreeining mit anschließendem Q&A: Miners Shot Down (Rehad Desai, RSA 2013, 84min., OmdtU)

Donnerstag, 21. April 2016, 17:00 – BERLIN
Reden ist Silber – Handeln ist Platin (Flyer zur Veranstaltung am 21. April)
Platinabbau in Südafrika und die Lieferkettenverantwortung der deutschen Industrie
Diskussionsveranstaltung, Simultanübersetzung Englisch/ Deutsch
Ort: Denkerei, Oranienplatz 2, Berlin
Twitter-Doku der Veranstaltung auf: #LONMIN BASF
Audioaufnahme der Veranstaltung auf der Seite der Soundcloud der Rosa-Luxemburg Stiftung
Hier der Link zur Tonspur der Veranstaltung.

Freitag, 22. April 2016, 18:30 – BERLIN
Film: Miners Shot Down (Rehad Desai, RSA 2013, 84min., OmdtU)
Filmvorführung und anschließendes Publikumsgespräch mit der Tourdelegation aus Südafrika
Ort: Kino Moviemento, Berlin

Sonntag, 24. April 2016, 17:00 – BERLIN
Film: Miners Shot Down (Rehad Desai, RSA 2013, 84min., OmdtU)
Filmvorführung und anschließendes Publikumsgespräch mit der Tourdelegation aus Südafrika
Ort: Kino Hackesche Höfe Berlin

Dienstag, 26. April 2016 – ZUG und ZÜRICH
Platin macht wertmässig mit Abstand den grössten  Anteil der Importe der Schweiz aus Südafrika aus.  Ein Grossteil davon wird von BASF Metals in Zug gehandelt. Entschädigungszahlungen an die Opfer  des Massakers und die Hinterbliebenen der Getöte­ten wurden bis heute keine erbracht. Um der Frage nach der Verantwortung europäischer Unternehmen und der Schweiz nachzugehen und die Forderungen aus Südafrika auch in die Schweiz zu tragen, treffen wir am 26. April die Delegation aus Südafrika.

13.00 Uhr in Zug, bei Grafenauweg 6
Die Delegation aus Südafrika wird BASF Metals in Zug ihre Forderung nach Entschädigungen vorbringen.
18.30: Film: Miners Shot Down (Rehad Desai, RSA 2013, 84min., OmdtU)
Filmvorführung und anschließendes Publikumsgespräch mit der Tourdelegation aus Südafrika
Ort: Shedhalle Zürich / Flyer zur Veranstaltung in Zürich

Mittwoch, 27. April 2016, 18:00 – MANNHEIM
18:00: Film: Miners Shot Down (Rehad Desai, RSA 2013, 84min., OmdtU)
19:30: Entlang der Wertschöpfungskette: Südafrikanisches Platin in der deutschen Industrie. Was hat BASF mit dem Massaker von Marikana zu tun?
Diskussionsveranstaltung, Simultanübersetzung Englisch/ Deutsch (Flyer der Veranstaltung in Mannheim)
Ort: Haus der Kirche, M 1, 1a, Mannheim

Freitag, 29. April 2016, 10:00 – MANNHEIM
BASF Aktionärsversammlung 2016
Ort: Congress Center Rosengarten, Mannheim

Dienstag, 3. Mai 2016, 17.30 – WIEN
KuratorInnenführung durch die Ausstellung „Plough Back The Fruits“
18.30 Screening mit anschließender Diskussion: Miners Shot Down (Rehad Desai, RSA 2013, 84min., OmdtU)
Ort: ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Donaumarina)

18. April bis 13. Mai 2016 – MANNHEIM
Ausstellung: „Wir werden uns Gehör verschaffen“ Die Witwen von Marikana kämpfen für Gerechtigkeit und Wiedergutmachung und Aufarbeitung der Geschehnisse: Die Bodymaps der Witwen von Marikana.
Ort: Haus der Kirche,  M 1, 1a, Mannheim

Ein Projekt der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA in Kooperation mit Maren Grimm und Jakob Krameritsch (Akademie der bildenden Künste Wien), der Khulumani Support Group, Bench Marks Foundation, den Kritischen AktionärInnen Deutschlands, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Brot für die Welt, AfricAvenir, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt KDA, SOLIFONDS, KEESA, kulturen in bewegung und dem Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung.
Siehe auch die Liste unserer PartnerInnen hier.

funded by Engagement Global on behalf of BMZ
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