Marikana – eine offene Wunde

Online-Veranstaltung am 14. Juli 2022 um 14 Uhr
Anmeldung unter kasa[at]woek.de


Der Kampf für gerechte Löhne und Entschädigung im 10. Jahr des Massakers von Marikana.

Das Massaker von Marikana am 16. August 2012 erschütterte nicht nur die südafrikanische Gesellschaft, sondern auch diejenigen, die sich in Europa solidarisch mit Südafrika beschäftigen. Plötzlich waren die Erinnerungen an die dunkelsten Kapitel der südafrikanischen Apartheid wie das Massaker von Sharpeville 1960 oder der Jugendaufstand von Soweto 1976 wieder lebendig.  Doch das unbegreifliche an diesem neuen, dramatischen Ereignis war, dass das Massaker von Marikana nicht von einem Unrechtsregime, sondern von einer demokratisch legitimierten Regierung begangen worden war, an deren Spitze die einstiege Befreiungsbewegung ANC stand.

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Editorial: Neun Jahre nach dem Massaker von Marikana

Familien und Gemeinde warten immer noch auf Gerechtigkeit

Am 16. August jährt sich das Massaker von Marikana zum 9. Mal. Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen in Südafrika finden, wie bereits letztes Jahr, in einem besonderen Kontext statt. Die dritte Welle der Corona-Pandemie, die in Südafrika seit Mitte Juni in Gang ist und viele Opfer fordert und die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zu ihrer Eindämmung lassen keine großen Veranstaltungen zu. Die Gedenkveranstaltungen werden überwiegend online und wenn analog, dann nur im kleinen Rahmen stattfinden. Schwerwiegender als die Corona-Pandemie ist für den diesjährigen Kontext in Südafrika der Tod von 332 Menschen bei Unruhen zwischen dem 9. Full article

Lasst uns nicht vergessen! Gedanken zum neunten Jahrestag des Massakers von Marikana

von Bischof Jo Seoka, Vorsitzender der Bench Marks Foundation

Der 16. August 2021 markiert neun Jahre Polizeibrutalität ohne Konsequenzen für die Täter. Aber es markiert noch viel mehr: Jahrzehntelange Ausbeutung von mittelosen WanderarbeiterInnen, die Ausbeutung von „billiger, schwarzer Arbeitskraft“, die schlussendlich zum ersten Massaker in unserer „Demokratie“ führte. Alles, was die Arbeiter von ihrem Arbeitgeber Lonmin forderten war ein existenzsichernder Lohn. Stattdessen bekamen sie Schüsse in den Rücken, sie bekamen Gräber statt Geld oder eine anständige Unterkunft. Wenn wir an das Massaker von Marikana denken, können wir nicht anders, als den Kopf in den Sand zu stecken.

Es ist kein Geheimnis, dass im Jahr des Massakers der Lonmin-CEO und seine Executive Directors mit saftigen Boni überhäuft wurden. Full article

Neuer Eigentümer, neue Perspektive für Marikana?

Die neu angestoßenen Maßnahmen von Sibanye-Stillwater für das Erbe und die Zukunft von Marikana haben noch nicht zu einem umfassenden Wandel geführt, wie die Antworten auf unsere Fragen bei der Hauptversammlung Ende Mai 2021 zeigen.

von Tilman Massa, Dachverband Kritische Aktionär:innen

Nachdem Sibanye-Stillwater im Juni 2019 Lonmin übernommen hatte und zu einem der größten Platinkonzernen der Welt geworden ist, muss sich das US-südafrikanische Unternehmen auch mit dem Umgang und Erbe von Marikana befassen.

Bei dem Massaker von Marikana, das sich am 16. August 2012 in der südafrikanischen Platinmine von Lonmin ereignete, wurden 34 Minenarbeiter, die für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen streikten, von der Polizei erschossen. Full article

Aktuelle Prozesse im Nachfeld des Massakers von Marikana

Die Südafrikanische Menschenrechtsorganisation SERI (Socio-Economic Rights Institute) unterstützt seit ihrer Gründung im Jahre 2009 Personen und Gruppen, die sich für ihre verfassungsrechtlich verbrieften, aber in der Praxis vielfach vorbehaltenen Rechte vor Gericht einsetzen. Dazu zählen etwa Prozesse zu dem Recht auf Wasser, Wohnraum, Bildung, medizinische Versorgung wie auch die Einhaltung von Arbeitsrechten. Die AnwältInnen von SERI vertreten die Familien der beim Massaker von Marikana ermordeten Minenarbeiter vor Gericht. Im Folgenden bringen wir einen Bericht über ein dabei kürzlich abgeschlossenes und ein noch laufendes Verfahren. Die Berichte geben Einblick in die Komplexität und Kleinteiligkeit der Verfahren – und, zumindest im ersten Fall, in die für die Familien der ermordeten Minenarbeiter desillusionierenden Urteilssprüche. Full article