Editorial

Liebe Abonnent*innen,

„In den vergangenen Tagen sind allein in Italien und Spanien Tausende am Coronavirus gestorben, in Italien waren es 1000 in 24 Stunden, in Spanien 800. Diese Meldungen kommen nicht von einem anderen Planeten oder von einem weit entfernten Kontinent. Sie erreichen uns aus unseren Nachbarländern, denen wir verbunden sind.“ So beginnen vermeintlich führende Intellektuelle einen wahrscheinlich gut gemeinten öffentlichen Aufruf. Full article

Die Doppelmoral der südafrikanischen Regierung im Umgang mit COVID 19

Der private Sicherheitsdienst Red Ants zerstört Häuser der Armen

Dies ist die Übersetzung des Originaltextes von Bischof Jo Seoka. Eine leicht gekürzte Version erschien am 26.4.2020 in der Printausgabe des Sunday Independant in Südafrika

Die erste Reaktion des Staates auf das Corona-Virus war lobenswert, Präsident Cyril Ramaphosa initiierte zügig Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID 19. So gewann Ramaphosa die Herzen vieler dankbarer Bürger*innen: Die Menschen verstanden und wünschten sich, Leben gerettet zu sehen und Verhältnisse wie in Spanien zu vermeiden – wo tausende starben, als das Land für kurze Zeit zum Epizentrum der Pandemie wurde. Die Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, die Anweisungen zu Niesen und Husten, sowie die soziale Distanzierung halfen, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Full article

„Weder Wasser noch Nothilfe“

Ein laufender Whatsapp-Austausch mit Thapelo Lekgowa, einem in Rustenburg ansässigen Autor und freiberuflichen Journalisten über die Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf die Minensiedlungen im sogenannten Platingürtel nordwestlich von Johannesburg

6. April 2020
Plough Back the Fruits: Was passierte in Marikana, nachdem Präsident Ramaphosa am 23. März 2020 den landesweiten Lockdown (Abriegelung) vergekündet hatte?

Thapelo Lekgowa: An die 90% der Minenarbeiter verließen ihr jeweiliges Arbeitsgebiet und reisten in die verschiedenen Herkunftsregionen in ganz Südafrika und in einige Nachbarländer.

Die meisten Minen, darunter auch Sibanye Platinum (früher Lonmin), wo auch viele der Witwen von Marikana arbeiten sind, hatten gerade erst mit Maßnahmen zur Covid19- Awareness begonnen.  Full article

Bench Marks Foundation kritisiert Teilöffnung von Minen in Südafrika

von John Capel, geschäftsführender Direktor der Bench Marks Foundation

Die Bench Marks Foundation ist zunehmend beunruhigt darüber, dass der Minister für Bodenschätze und Energie zusammen mit der Bergbauindustrie eine Art Vereinbarung getroffen hat, wonach die Bergwerke zu 50 Prozent in Betrieb genommen werden. Welche Auswirkungen hat dies im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus Covid-19 und seiner Verbreitung?

Präsident Cyril Ramaphosa fordert einen Lockdown, um weitere Infektionen zu verhindern, insbesondere bei armen und gefährdeten Gruppen. Minenarbeiter müssen eine der meist gefährdeten Gruppen im Land sein.

Gefährdet wegen ihrer  Arbeits- und Lebensbedingungen, dichtgedrängt in Armut. Minenarbeiter erhielten kürzlich eine Entschädigung für Staublungekrankheiten (Silikose), eine Lungeninfektion, die zu einer chronischen Lungenerkrankung führt. Full article

Ein Aktionsprogramm zur Zeit von COVID-19

Ein Aufruf zur sozialen Solidarität in Südafrika

Veröffentlicht am 24. März 2020 von der C19 People’s Coalition, Übersetzung: Julia Thrul

Als Bürgerorganisationen, Gewerkschaften, Organisationen des informellen Sektors, religiöse Organisationen und Gemeinschaftsstrukturen in Südafrika rufen wir alle Menschen, alle Interessenvertreter*innen und Sektoren auf, die Infektion einzudämmen, die Übertragung zu reduzieren und die sozialen und politischen Auswirkungen des COVID-19-Virus zu mildern.

Die Regierung spielt weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Koordinierung von Maßnahmen und der Verteilung von Ressourcen, aber ihre Bemühungen werden nicht ausreichen, wenn wir sie nicht zur Rechenschaft ziehen und uns nicht zu einer breit angelegten, gesellschaftlich getragenen, öffentlichen Anstrengung verpflichten. Full article

Nachwort

von Boniface Mabanza

Noch bevor die ersten Corona-Fälle auf dem afrikanischen Kontinent bestätigt wurden, wurde der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ehemaliger Gesundheitsminister Äthiopiens, Tedros Adhanom, nicht müde zu betonen, dass sich afrikanische Länder auf das Schlimmste vorbereiten sollen. Mittlerweile ist Corona in Afrika angekommen. Die Länder sind unterschiedlich stark betroffen und ihre jeweiligen Regierungen haben sich gegenseitig darin  übertroffen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie einzuleiten. In vielen Ländern des Kontinents sind jedoch diese Maßnahmen für die Menschen gefährlicher als die Krankheit selbst. Der vorliegende Newsletter hat Einblicke in einige Facetten der Corona-bedingten gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Krise im Südlichen Afrika und besonders in Südafrika gegeben. Full article

Artikel zum Weiterlesen empfohlen

22.4.2020: TB, HIV and Covid-19: Three epidemics collide
Die Frage nach Vorerkrankung ist im Kontext von Umweltverschmutzung und prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen in Minen besonders bedeutend. Bisher ist wenig bekannt über die Zusammenhänge von HIV/AIDS, Tuberkulose und COVID-19. Sicher ist nur, dass alle drei Krankheiten die Lunge betreffen

20.4.2020: COVID-19: Security forces in Africa brutalizing civilians under lockdown
In diesem Artikel (dw, Autor Isaac Mugabi) machen Sicherheitsexperten und der DW Korrespondent in Johannesburg auf die Gewaltbereitschaft der Polizei in einigen afrikanischen Ländern während der Ausgangssperren aufmerksam. Zu Südafrika wird auf die Brutalität, teils sogar mit Todesfolge, und den widersprüchlichen Äußerungen der Regierung hingewiesen. Full article