BASF und das Massaker von Marikana

16. August 2012, Marikana/Südafrika: 34 streikende Minenarbeiter des weltweit drittgrößten Platinminenbetreibers LONMIN werden von der Polizei erschossen. Die Untersuchungskommission gibt LONMIN – indirekte wie direkte – Mitschuld am Massaker gegeben.
BASF ist Hauptkunde von LONMIN. Zur Marke BASF zählt das Bekenntnis zur sogenannten „Lieferkettenverantwortung“: Diese soll allen BASF-KundInnen garantieren, dass auch die HauptlieferantInnen von BASF hohe menschen- und arbeitsrechtliche Standards einhalten. Bischof Jo Seoka drängte die BASF schon bei der Aktionärsversammlung 2015 diesem Bekenntnis auch Taten folgen zu lassen. 2016 waren es die Witwen der beim Massaker erschossenen Minenarbeiter, die von der BASF konkrete Unterstützung einforderten. In ihrer Rede vor der Hauptversammlungen verlangten sie Antworten, die bis heute ausstehen: „Wir fragen Sie: Was haben Sie vor, um unsere Situation zu verbessern und unsere Familien zu unterstützen, nachdem unsere Ehemänner von LONMIN, ihrem Platinlieferanten, ermordet wurden? Full article

Editorial

Liebe Abonnent*innen,

„In den vergangenen Tagen sind allein in Italien und Spanien Tausende am Coronavirus gestorben, in Italien waren es 1000 in 24 Stunden, in Spanien 800. Diese Meldungen kommen nicht von einem anderen Planeten oder von einem weit entfernten Kontinent. Sie erreichen uns aus unseren Nachbarländern, denen wir verbunden sind.“ So beginnen vermeintlich führende Intellektuelle einen wahrscheinlich gut gemeinten öffentlichen Aufruf. Full article

Die Doppelmoral der südafrikanischen Regierung im Umgang mit COVID 19

Der private Sicherheitsdienst Red Ants zerstört Häuser der Armen

Dies ist die Übersetzung des Originaltextes von Bischof Joe Seoka. Eine leicht gekürzte Version erschien am 26.4.2020 in der Printausgabe des Sunday Independant in Südafrika

Die erste Reaktion des Staates auf das Corona-Virus war lobenswert, Präsident Cyril Ramaphosa initiierte zügig Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID 19. So gewann Ramaphosa die Herzen vieler dankbarer Bürger*innen: Die Menschen verstanden und wünschten sich, Leben gerettet zu sehen und Verhältnisse wie in Spanien zu vermeiden – wo tausende starben, als das Land für kurze Zeit zum Epizentrum der Pandemie wurde. Die Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, die Anweisungen zu Niesen und Husten, sowie die soziale Distanzierung halfen, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Full article

„Weder Wasser noch Nothilfe“

Ein laufender Whatsapp-Austausch mit Thapelo Lekgowa, einem in Rustenburg ansässigen Autor und freiberuflichen Journalisten über die Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf die Minensiedlungen im sogenannten Platingürtel nordwestlich von Johannesburg

6. April 2020
Plough Back the Fruits: Was passierte in Marikana, nachdem Präsident Ramaphosa am 23. März 2020 den landesweiten Lockdown (Abriegelung) vergekündet hatte?

Thapelo Lekgowa: An die 90% der Minenarbeiter verließen ihr jeweiliges Arbeitsgebiet und reisten in die verschiedenen Herkunftsregionen in ganz Südafrika und in einige Nachbarländer.

Die meisten Minen, darunter auch Sibanye Platinum (früher Lonmin), wo auch viele der Witwen von Marikana arbeiten sind, hatten gerade erst mit Maßnahmen zur Covid19- Awareness begonnen.  Full article